Mittwoch, 26. Juni 2013
Nach über einem halben Jahr Nachrichtenabstinenz, einem unglaublichen Desinteresse an allem, was da draußen so vor sich geht, einem erzwungenen "schau doch mal wieder in die Zeitung" in den vergangenen Wochen habe ich heute wieder entdeckt, dass es auch Gutes gibt. Nicht alles, was in der Zeitung steht, ist absolut deprimierend. Julian Assange lebt in Ecuador. Er lebt! Ich kann nicht beschreiben, mit welcher unbändigen Freude mich das erfüllt hat.

Ja, ab heute werde ich wieder Zeitung lesen. Und mehr auf diese guten Nachrichten achten.




Dienstag, 8. Januar 2013
So. Nun ist's aber wirklich vorbei. Die Kündigung ist mit 31. Dezember "gültig", oder wie sagt man da, und damit's nicht zu sonderbar ist, bin ich über Neujahr gleich mal verreist. Das soll hier kein Gejammere werden, neinein, sondern ein kleines Portal für all jene, denen es auch so geht, die versuchen, es auch humorvoll zu nehmen, die auch Existenzängste haben und auch viele Ideen, wie es weitergehen kann. Ein kleines Treffen für alle jene, denen es leid tut, dass sie das Unternehmen, für das sie Jahre oder Jahrzehnte gearbeitet haben, verlassen müssen oder mussten.

Und ich erzähle einfach mal, wie das alles so kam.




Samstag, 10. November 2012
Ja, jeden Tag ein neuer Wahnsinn. Im Moment erzählt der Chef im Haus herum, ich hätte den eingeschriebenen Brief mit meiner Kündigung nicht angenommen! So ein Wahnsinn. Also, zur Erklärung für all jene, die mich nicht kennen: ich gehöre nicht zu den Menschen, die eingeschriebene Briefe nicht von der Post abholen, weil sie schon so viel angestellt haben in ihrem Leben, dass ein eingeschriebener Brief gleich was Schlimmes bedeuten muss. Ganz im Gegenteil, bei so einem Brief würde ich in meiner Sonnenschein-Art sofort annehmen, ich hätte einen tollen Preis gewonnen (ich liebe Preisausschreiben). Tatsache war auf jeden Fall, dass der liebe Postler offenbar eine Benachrichtigung bei mir hinterlassen hat, die ich im Zuge der Urlaubsvorbereitungen übersehen habe. Und dann war ich ja weg. Um nach meinem Urlaub von der Kündigung zu erfahren.

Jetzt frage ich mich: wenn der Chef das weiter herumerzählt, dass ich so ein Mensch bin, der einfach seine Briefe nicht abholt, ist das nicht Rufschädigung? Ich will so einfach nicht dastehen, ich sollte ja mal wieder auf Arbeitssuche gehen, wenn der Wahnsinn hier vorbei ist.